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Virtuelles Amt für Würzburg: Behördengänge bequem per Video erledigen

Behördengänge von zuhause erledigen und trotzdem persönlich mit einem Menschen sprechen: Unser Stadtrat Christoph Schröder hat mit seiner beruflichen Erfahrung als Digitalisierungsverantwortlicher einer Großen Kreisstadt einen Antrag für ein virtuelles Amt in Würzburg erarbeitet. Unterstützt wird der Vorstoß von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Inzwischen hat auch der Stadtrat im Ferienausschuss am 10. September …

Behördengänge von zuhause erledigen und trotzdem persönlich mit einem Menschen sprechen: Unser Stadtrat Christoph Schröder hat mit seiner beruflichen Erfahrung als Digitalisierungsverantwortlicher einer Großen Kreisstadt einen Antrag für ein virtuelles Amt in Würzburg erarbeitet. Unterstützt wird der Vorstoß von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Inzwischen hat auch der Stadtrat im Ferienausschuss am 10. September einstimmig dafür gestimmt, die Idee weiterzuverfolgen. Vorbilder gibt es bereits – etwa in Heilbronn und Heidelberg. Auch die Main-Post hat über den Vorschlag und die Idee hinter dem virtuellen Amt berichtet.

Die Idee ist einfach: Bürgerinnen und Bürger sollen per Video mit dem Bürgerbüro sprechen, Fragen klären, Unterlagen einreichen und Anträge gemeinsam mit den Mitarbeitenden bearbeiten können. Wo rechtlich und technisch möglich, sollen Vorgänge direkt abgeschlossen werden.

Davon profitieren insbesondere Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Berufstätige, Eltern, Studierende oder pflegende Angehörige. Auch bei großer Hitze, Schnee oder Glätte können unnötige Wege ins Amt vermieden werden.

Andere Städte machen es bereits vor

Heilbronn und Heidelberg zeigen, dass ein solches Angebot funktionieren kann. In Heilbronn ist der Zugang besonders niedrigschwellig: Nach der Terminbuchung erfolgt das Gespräch direkt im Browser, Unterlagen können ausgetauscht und Gebühren online bezahlt werden. Bei geeigneten Leistungen kann die Identität direkt im Videotermin geprüft werden.

Für uns ist das ein guter Ansatz: nicht das Rad neu erfinden, sondern funktionierende Lösungen anderer Kommunen prüfen und sinnvoll auf Würzburg übertragen.

Keine neue Insellösung

Wichtig ist uns, kein zusätzliches Würzburger Parallelportal aufzubauen. Bestehende Angebote wie BayernPortal, BundID, eID oder ELSTER sollen dort genutzt werden, wo sie sinnvoll oder rechtlich erforderlich sind.

Ebenso wichtig ist die Anbindung an Fachverfahren und die elektronische Akte. Wenn Bürgerinnen und Bürger Unterlagen digital einreichen, die Verwaltung diese anschließend aber ausdrucken oder manuell übertragen muss, ist wenig gewonnen.

Unser Ziel ist deshalb eine möglichst durchgängige Ende-zu-Ende-Digitalisierung.

Erst pilotieren, dann ausbauen

Die Stadt soll zunächst prüfen, welche Leistungen sich für einen Pilotbetrieb eignen, welche Kosten entstehen und welche technischen sowie rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Nach dem Pilotbetrieb sollte ausgewertet werden, wie gut das Angebot angenommen wird und welche Leistungen sich bewährt haben.

Ein virtuelles Amt wäre kein großer digitaler Neustart, sondern ein pragmatisches weiteres Puzzleteil für eine einfachere und bürgerfreundlichere Verwaltung in Würzburg.