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Bezahlbaren Wohnraum im Dencklerblock sichern: SPD/Volt fragt nach Handlungsmöglichkeiten der Stadt

Bewohner*innen des Dencklerblocks haben sich mit Sorgen über steigende Mieten, ausstehende Instandhaltungen und mögliche Veränderungen der Eigentumsstruktur an uns gewandt. Mit einer umfassenden Anfrage wollen wir deshalb klären, welche Möglichkeiten die Stadt Würzburg hat, bezahlbaren Wohnraum zu sichern und Verdrängung entgegenzuwirken. Nach Angaben der Bewohner*innen befindet sich der obere Wohnblock seit Anfang 2026 im Eigentum …

Bewohner*innen des Dencklerblocks haben sich mit Sorgen über steigende Mieten, ausstehende Instandhaltungen und mögliche Veränderungen der Eigentumsstruktur an uns gewandt. Mit einer umfassenden Anfrage wollen wir deshalb klären, welche Möglichkeiten die Stadt Würzburg hat, bezahlbaren Wohnraum zu sichern und Verdrängung entgegenzuwirken.

Nach Angaben der Bewohner*innen befindet sich der obere Wohnblock seit Anfang 2026 im Eigentum einer neuen Immobiliengesellschaft. Geschildert werden unter anderem Gespräche über freiwillige Mieterhöhungen von bis zu 30 Prozent sowie bereits erfolgte Erhöhungen um 15 Prozent. Gleichzeitig sollen einzelne Wohnungen als Kapitalanlage mit deutlich höheren perspektivischen Mieteinnahmen vermarktet werden.

Auch wenn unsere Anfrage bewusst formal und rechtlich formuliert ist, geht es im Kern nicht um Paragraphen, Statistiken oder Immobilienkennzahlen – sondern um Menschen. Um Familien, Alleinerziehende, ältere Menschen, langjährige Mieter*innen, Einzelpersonen – kurz: um alle Menschen, für die der Denckler über die Jahre zu einem Zuhause geworden ist. Bezahlbarer Wohnraum bedeutet Sicherheit, Nachbarschaft und die Möglichkeit, im eigenen Viertel bleiben zu können. Diese soziale Dimension darf bei allen rechtlichen und städtebaulichen Fragen nicht aus dem Blick geraten.

Für uns geht es dabei auch um mehr als einzelne Mietverhältnisse. Würzburg hat einen angespannten Wohnungsmarkt – und gerade gewachsene Quartiere wie die Zellerau müssen auch langfristig Wohnraum für unterschiedliche Einkommensgruppen bieten.

Ein zentraler Punkt unserer Anfrage ist deshalb die Frage, ob die bisherigen wohnungspolitischen Instrumente noch ausreichen. Bereits das Handlungskonzept Wohnen aus dem Jahr 2015 hatte für zentrale Stadtbereiche, darunter die Zellerau, Aufwertungsdruck festgestellt und die Prüfung einer sozialen Erhaltungssatzung nach § 172 BauGB empfohlen. In der Fortschreibung 2022 wurde davon zunächst abgeraten, weil belastbare Hinweise auf räumlich konzentrierte Verdrängungs- oder Umwandlungsprozesse fehlten.

Inzwischen haben sich die Zahlen jedoch deutlich verändert: Der Immo-Kompass der Stadt weist bei den sogenannten Umwandlungsverkäufen einen Anstieg von 21 Fällen im Jahr 2021 auf 109 Fälle im Jahr 2025 aus. Wir möchten daher wissen, ob diese Entwicklung Anlass für eine erneute Prüfung gibt und ob sich inzwischen räumliche Schwerpunkte erkennen lassen.

Darüber hinaus fragen wir nach dem bestehenden Umwandlungsschutz nach § 250 BauGB, nach möglichen Gesprächen mit der Eigentümergesellschaft sowie nach kurzfristigen Beratungsangeboten für die betroffenen Mieterinnen. Auch ein moderierter Austausch zwischen Stadt, Bewohnerinnen und Eigentümerseite sowie mögliche Perspektiven durch die Stadtbau, Genossenschaften oder andere gemeinwohlorientierte Akteure sollen geprüft werden.

„Beim Dencklerblock geht es nicht nur um einzelne Mieterhöhungen. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie wir bestehenden bezahlbaren Wohnraum und gewachsene Quartiere in Würzburg langfristig schützen können.“

Mit unserer Anfrage wollen wir deshalb zunächst eine belastbare Grundlage schaffen: Welche Handlungsmöglichkeiten hat die Stadt bereits heute, wo braucht es weitere Untersuchungen und welche wohnungspolitischen Instrumente sollten angesichts der aktuellen Entwicklung neu bewertet werden?

Die Anfrage wurde von der SPD/Volt-Fraktionsgemeinschaft eingebracht und wird auch von der Fraktion Die Linke mitgetragen.

*KI supported.